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> Wolf-Dieter “Atze” NIEMANN & Herbert WEISROCK > CD

Last Waltz 2001

Langen Jarchow 2001: The last Waltz...

Die Geschichte von Wolf-Dieter “Atze” Niemann und mir - Herbert Weisrock- ist eine unend- liche Geschichte. Seit den späten siebziger Jahren haben wir bis Anfang 2001 gemeinsam viel Musik gemacht. In dieser Zeit uns aber auch mehrfach getrennt und auch wieder zusammen- gefunden. 1997 haben wir “leicht benebelt” dachboden-records gegründet. In dieser Zeit wurde die CD - Technik auch für Normalbürger eine bezahlbaren Möglichkeit, um eigene Tonaufnahmen zu vervielfältigen. Wir wollten die vielen alten - und auch zukünftigen - Aufnahmen vor allem unserer Band eukalyptus (1972 - 2000) der Öffentlichkeit präsentieren. Endlich eine gute Möglichkeit UNABHÄNGIG von irgendwelchen “Pappnasen” und “Gönnern” unsere eigenen Ideen zu verwirklichen... Davon haben wir in der ollen DDR immer geträumt.
Mit Unterstützung von Jürgen Langfeldt (Computerspezialist aus Güstrow), schafften wir es zwei CD gemeinsam herauszubringen [CD 005 - The Dirty Old Giants - Night Lies und CD 004 - eukalyptus - hard core - live ] .
Wir hatten noch soviel vor. Im Jahre 2000 kam es sogar noch einmal zu einem letzten eukalyptus Konzert. Es wurde aber es zunehmend schwieriger. Atze war schon immer ein Zyniker und auch Selbstzweifler... er starb leider 2002 letztendlich auf Grund seiner Alkohol- krankheit. Das Projekt dachboden records führe ich nun weites gehend allein weiter, ob alles auch im Sinne auch von Atze ist? Ich weiß es nicht - ich kann es nur hoffen! Er fehlt... Ich will die Erinnerung auch an meinen Freund Atze und seine tolle Musik wachhalten. Er hat mir und den anderen trotz mancher Probleme auch sehr viel gegeben.
Viel Unterstützung habe ich dabei von den alten Mitmusikern, Freunden, Freundinnen und natürlich von meinem musikalischer Duopartner und Freund Thomas Sander.
Für helfende Hinweise, Anregungen und Unterstützung bin ich jederzeit dankbar! HW

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NIEMAN & WEISROCK | Jalousie Rouge | dachboden-records CD 008 | rec. 1994/2000/2004 | real. 2005

CD 008 Jalousie rouge back
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© Cover Art: Herb.Weisrock | © Photos: Herbert Weisrock, Wolf-Dieter Niemann, Edwin Ryll, www | © Graphics by Jaques-Armand Cardon,and Edvard Munch 

CD 008 Jalousie rouge label
Rouge LS

Hörproben:
»Russians Helicopters over Afghanistan« 2.072 KB (MP3)
Wolf-Dieter Niemann - guitar, synthesizer
Herbert Weisrock - electronic wind instrument
© Composition by Niemann & Weisrock

»Recall to the Future«1.347 KB (MP3)
Herbert Weisrock - alto- & bariton saxohones, alto clarinet, sampling, electric wind instrument
Thomas Sander - sampling, guitar, kaoss pad
Wolf-Dieter Niemann - guitar
Stefan Jaffke - drums (track 16)
© Sampling & Composition by Herbert Weisrock

Wolf-Dieter “Atze” Niemann - electric & acoustic guitars, electric double bass, syntesizer, drumcomputer, vocal, programming (track 1 - 16) | Herbert Weisrock - electric wind instrument (EWI), alto- & bariton saxohones, alto clarinet, sampling (track 1 - 8, 14 & 16)
+
Roland Brock - soprano- & tenor saxophones, vocal, flute, mouth piece (track 5, 6 & 7),
Thomas Sander
- sampling, guitar, kaoss pad, programming (track 7, 8 & 16),
Marco “Pohl” Czychowski - guitar (track 7),
Stefan Jaffke - drums (track 16) 

01 - Russians Helicopters over Afghanistan (6:15) | 02 - Delicatessen für den Bauch des Hutmachers (3:54) | 03 - Wetterbericht (2:30) |
04 - Fluchtweg (6:16) | 05 - The Wave (10:03) | 06 - Ausgelaugt (3:46) | 07 - Alptraum der Enten von Jarchow (1:37) 08 - Regentag (3:49) |
09 - Der Städter [Bassgroove] (1:47) | 10 - Happy Trip to Poland (5:45) | 11 - Zur guten Quelle (1:43) | 12 - Lydia / Erwachen (2:27) |
13 - Lydia / Metallwald (7:03) | 14 - Lydia / Flucht (5:08) | 15 - Lydia / Erkenntnis (4:25) 16 - Recall to the Future (3:45) [Total: 70:22]

Compositions: track 1 -4 (Niemann/Weisrock) | track 5 & 6 (Brock/Niemann/Weisrock) | track 9 - 15: (Niemann) |
Recording by Atze Niemann (track 1-10 & 12-16), Thomas Sander (track 7 & 16), Klaus “Andy” Fischer (track 11)
Sampling by Thomas Sander (track 8), Herb.Weisrock (track 7 & 16) |
Digitalmixing, Concept, Cover Art, Liner Notes & Manufactured by Herb.Weisrock |
Marco “Pohl” Czychowski appears courtesy of interpohl records
© 2005 dachboden-records CD 008 | All rights reserved

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Jalousie Rouge
Die meisten Aufnahmen dieser CD entstanden in Atze´s Dachbodenstudio in Langen Jarchow. Das war in der Zeit der 90-er; die “eukalyptus”- Ära ging zu Ende (1993), bis hin zum letzten, einmaligen Reunionskonzert (Speicher Schwerin, 24. 11. 2000). Ich habe ihn öfters dort in seinem Dachbodenstudio besucht. Wir haben meist freie Improvisationsmusik gemacht, philosophiert, geträumt, über alte Zeiten geredet und manchmal auch nur Alkohol getrunken. Ab und zu waren auch alte Musikerkollegen dabei. In dieser Zeit wurde auch “dachboden-records” gegründet. Nach Atze´s viel zu frühem Tod ( † 2002) bin ich bereits einige Jahre damit beschäftigt, die alten Aufnahmen von uns und der Band “eukalyptus” zu sichten und zu veröffentlichen. Ein Teil der Titel aus der “Jarchower Dachbodenzeit” sind nun auf dieser CD zu hören. Sie muten etwas wie Filmmusiken oder akustische Bildbeschreibungen an. Die Titel wurden meistens live eingespielt, zum Teil mit knappen Vorabsprachen.
Die Solostücke hat Atze selbst u.a. in Mehrspurtechnik eingespielt. Vorwiegend als Demos gedacht, sollten sie die Grundlage für spätere Aufführungen mit der Band bilden. Andere Stücke haben der Soundtüftler Thomas Sander und ich nachträglich bearbeitet und gesampelt. Seit 2004 arbeite ich verstärkt mit Thomas zusammen. Er ist der erste Musiker seit Atze, mit dem ich wieder solche freien Stücke spielen kann.
Zu einigen Titeln möchte ich aber noch etwas näher eingehen, um die Hintergründe verständlicher zu machen.
- “Russians Helicopters over Afghanistan” entstand sicher auch unter dem Einfluss von TV-Berichten über Kriege und der grandiosen und schauerlichen Bilder von Coppola´s Spielfilm “Apocalypse now”.
- Der Titel “Delicatessen für den Bauch des Hutmachers” geht gleich auf mehrere Filme ein - “Die Phantome des Hutmachers” von dem französischen Filmemacher Claude Chabrol und “Delicatessen” von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro. Überhaupt konnten wir über Filme mit schwarzem Humor lange philosophieren. Ich meine aber, der Titel hätte auch gut zu dem Film “Der Bauch des Architekten” von Peter Greenaway gepasst. Dessen Filme schwelgen oft in Symbolen und Metaphern, sie geben dem Zuschauer bizarre, unlösbare Rätsel auf und faszinieren auch durch die ästhetischen Bildkompositionen in dunkel leuchtenden Farben.
- “Wetterbericht” entsandt aus Vorliebe für die Band “Weather Report”.
- “The Wave” hieß ursprünglich wie der Titel dieser CD - “Jalousie Rouge”. Wir hatten 1996 eine Probensession mit dem Saxophonisten Roland Brock. Einige Passagen wurden später als Bühnenmusik für das Theaterstück “Die Welle” verwendet (Aufführung vom “Theaterjugendclub Schwerin”). Es ist ein Stück nach einem Buch von Morton Rhue (1981 auch verfilmt). Die Handlung geht zurück auf Erfahrungen mit einer Hochschulklasse in den USA, im April 1967: Im Geschichtsunterricht werden Schülern Aufnahmen aus deutschen Konzentrationslagern vorgeführt. Als es die Klasse unbegreiflich findet, dass fast ein ganzes Volk den Holocaust nicht verhindert hat, beginnt der Lehrer (Ron Jones) ein ”Experiment”. Er löst eine “Bewegung” aus, die Welle, “The Third Wave”. Durch Mitgliedskarten, Abzeichen, Armbinden, Gehorsamkeit, Kontrolle und Schlagwörter gelingt es ihm, die meisten Schüler der neuen “Bewegung” unterzuordnen, sie geben ihre Individualität auf. Als die fanatisierten Mitglieder nach einem “Führer” verlangen, droht das Experiment außer Kontrolle zu geraten. Zwei Jugendliche bitten den Lehrer, der gefährlichen Sache ein Ende zu machen. Er entspricht diesem Wunsch, aber auf seine Weise. Das Erkennen des Irrwegs wirkt auf die Schüler schockartig. Inzwischen (2008), ist die Geschichte mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle neu verfilmt worden. Handlungsort ist diesmal ein Gymnasium in Deutschland. Eine sehr gelungene Adaption mit einem etwas brutaleren Finale als im Original und mit vielen Bezügen zur Gegenwart. Infos unter www.welle.film.de 
- Die Bassfigur von Atze´s “Der Städter” zieht sich wie ein roter Faden durch die vielen Varianten von diesem Stück, welche wir im Laufe der Jahre gespielt haben. Sie hat das Feeling von Thelonious Monk Kompositionen bzw. von Eric Dolphy´s “Hat and beard” (CD “Out to lunch”). Das Stück war auch der Eröffnungssong für den letzten Auftritt von “eukalyptus”. 
- Das Stück “Happy Trip to Poland” war etwas wie ein “eukalyptus-Hit”, benannt nach einer Tour von Bandmitgliedern und ihren Frauen nach Stettin / Szczecin (Polen), Anfang der 80er Jahre bevor die Gewerkschaft Solidarność verboten und die Grenzen nach Polen geschlossen wurden. Im Gegensatz zu vielen düsteren Songs von eukalyptus hat dieses Stück etwas Positives und Fröhliches. 
- “Zur guten Quelle” wurde schon 1979 live von Atze beim Weihnachtskonzert des JazzClub Schwerin im Haus der Kultur eingespielt. Dieser Titel war dem Lieblingslokal (vor 1990) von “eukalyptus” gewidmet. [Keiner ist kleiner… außer Theiner – Inge immer guter Dinge – Inges Bouletten sind die dicksten]
- Über das Werk “LYDIA” hatte Atze schon in den 70er Jahren geredet. Es sollte so etwas wie eine Phantasiesinfonie werden. “Lydia” sucht den “Stein der Weisen” und muss einige Prüfungen bestehen. Die einzelnen Titelbezeichnungen sind zum Teil von mir selbst gewählt, da ich mich nicht mehr an alle Details erinnern kann. Es gab verschiedene Varianten. Einige sind auch als Partitur niedergeschrieben, andere wurden auch von “eukalyptus” live gespielt. Was Atze mit diesem Material wirklich sagen wollte und was er damit geplant hatte, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben - ein unvollendetes Werk...         Herbert Weisrock , Februar 2005 + April 2008

berlin HW & atze müde bars 1994
02 Red Jalousie1
10 HW alto technik

Berlin 1989: Atze und Herbert nach einem eukalyptus Konzert im Kino “International” in Berlin.

Langen Jarchow 1997/99: Atze und Herbert im Dachboden-Studio (---> La Jalousie Rouge)

03 atze bass kopfhörer

Langen Jarchow 1997: Atze mit der guten alten “ELEKTRO OMA”
Herbert putzt sein “VintageSax” der Firma
CONN (USA) - Baujahr ca. 1929 --->

05 HW Horn putzen
14 atze & HW 2
08 HW Tür1

Langen Jarchow 2000: Herbert und Atze im Dachboden Studio bei den
Proben für den letzten eukalyptus Auftritt im Jahre 2000 im Speicher in Schwerin.






 

07 roland sopran

... und als Gast: Roland Brock (sax)